Road Trip Norwegen – Route, Kosten und Tipps für 3 Wochen
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Norwegen. Allein das Wort macht was mit dir, wenn du Camper bist. Fjorde, Berge, endlose Weiten, Mitternachtssonne, Nordlichter. Ich war letztes Jahr drei Wochen mit meinem Kastenwagen dort oben und es war – ohne Übertreibung – der beste Road Trip meines Lebens. Hier die Route, die echten Kosten und alles, was ich vorher gerne gewusst hätte.
Die Route: Bergen – Lofoten in 3 Wochen
Woche 1: Bergen – Geirangerfjord – Ålesund
Start in Bergen – eine der schönsten Städte Norwegens. Zwei Tage in der Stadt lohnen sich: Bryggen, der Fischmarkt, die Fløibahn. Dann geht es raus aus der Stadt Richtung Norden. Der Sognefjorden – der längste und tiefste Fjord Norwegens – ist der erste große Höhepunkt. Über die Landschaftsroute Gaularfjellet (Fv 13) erreichst du den Geirangerfjord, der genau so spektakulär ist, wie alle sagen.
Von Geiranger über die Trollstigen-Passstraße nach Ålesund. Die Trollstigen sind eine der berühmtesten Straßen Norwegens – elf Haarnadelkurven an einer fast senkrechten Felswand. Mit dem Wohnmobil ist das schaffbar, aber nichts für schwache Nerven. Die Straße ist eng, der Gegenverkehr kommt um Kurven, die du nicht einsehen kannst, und es geht steil bergab.
Woche 2: Ålesund – Trondheim – Bodø
Von Ålesund geht es weiter nach Norden Richtung Kristiansund und dann die Atlantikstraße entlang – acht Brücken über offenes Meer, eines der berühmtesten Straßenbauwerke der Welt. Bei Sturm fegen die Wellen über die Straße. Bei Sonnenschein ist es trotzdem eindrucksvoll.
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Weiter nach Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens. Hier steht der Nidarosdom, die nördlichste mittelalterliche Kathedrale der Welt. Ein oder zwei Tage Pause in der Stadt tun nach den Fahrtagen gut. Dann die lange Etappe durch Nordland nach Bodø – hier beginnt das Land nördlich des Polarkreises. Den Polarkreis überquerst du auf der E6, markiert durch das Polarsirkelsenteret. Ein obligatorischer Fotostopp.
Woche 3: Lofoten und Rückfahrt
Von Bodø geht die Fähre nach Moskenes auf den Lofoten. Die Überfahrt dauert 3 bis 4 Stunden und kostet für ein Wohnmobil etwa 150 Euro (hin und zurück). Rechtzeitig buchen – im Sommer sind die Fähren oft ausgebucht.
Die Lofoten sind der absolute Höhepunkt. Fischerdörfer in Rot und Gelb, Berge, die direkt aus dem Meer aufragen, weiße Sandstrände mit türkisem Wasser. Von Moskenes fährst du über die E10 die gesamte Inselkette entlang bis Svolvær. Empfehlung: Mindestens 5 Tage einplanen. Highlights sind Reine, Hamnøy, Ramberg Beach und die Wanderung auf den Reinebringen.
Rückweg über die E6 nach Süden oder – mein Tipp – über Schweden. Die schwedische Seite ist schneller und günstiger, und du siehst auf dem Rückweg andere Landschaft als auf dem Hinweg.
Die echten Kosten für 3 Wochen
Norwegen ist teuer. Das weiß jeder. Aber wie teuer genau? Hier meine realen Ausgaben für 3 Wochen, zwei Personen:
- Diesel: 850 Euro (ca. 4.500 km bei 12L/100km, Dieselpreis ca. 1,60 Euro/Liter)
- Fähren: 420 Euro (mehrere Fjord-Fähren + Lofoten-Fähre)
- Maut/Tunnel: 80 Euro (AutoPass wird per Kennzeichen abgebucht)
- Campingplätze: 380 Euro (12 Nächte à ca. 30 Euro)
- Wildcamping: 0 Euro (9 Nächte frei)
- Essen: 650 Euro (Selbstkocher, gelegentlich Fisch vom Hafen)
- Aktivitäten: 120 Euro (Museen, Aussichtspunkte)
Gesamt: ca. 2.500 Euro für zwei Personen / 3 Wochen. Das sind rund 120 Euro pro Tag zu zweit. Klingt viel, aber ein Hotel-Urlaub in Norwegen kostet das Dreifache. Camping ist dort die mit Abstand günstigste Art zu reisen.
Praktische Tipps, die ich vorher gerne gewusst hätte
- Bargeld brauchst du nicht. Norwegen ist das bargeldloseste Land der Welt. Alles geht per Karte – sogar der Hotdog am Kiosk.
- Gas ist ein Problem. Norwegische Gasflaschen passen nicht auf deutsche Anschlüsse. Nimm genug Gas mit oder besorg dir eine Alugas-Flasche, die du an LPG-Tankstellen befüllen kannst.
- Tunnels: Norwegen hat über 1.100 Straßentunnel, manche über 20 Kilometer lang. Licht an, Abstand halten und kein Handy.
- Wetter: Vier Jahreszeiten an einem Tag sind normal. Immer Regenjacke griffbereit haben, auch bei Sonnenschein.
- Mücken: In Nordnorwegen im Sommer absolut brutal. Mückennetz für den Kopf und starkes Repellent sind Pflicht.
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Veröffentlicht durch die Campfire Guide-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Mai 2026.
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